Reisebericht Bayrischer Wald 2019

Frühjahrstour 2019 – Bayerischer Wald

Eine Motorradtour gegen Ende Mai ist wetterseitig eigentlich eine sichere Sache. Diesmal, im Frühjahr 2019, war das Wetter aber eine kleine Wundertüte. Eine Woche vor unserem Tourenstart rauschten die Temperaturen in den Keller – die Eisheiligen machten ihren Namen diesmal wirklich alle Ehre. Und dann kam pünktlich zu unserem Tourenstart noch Tief “Axel” gratis hinterher. Zum Glück waren alle in unserer 10er-Gruppe aber fest entschlossen und auch bestens ausgerüstet – das war auch nötig, denn der Bayerische Wald ist nicht nur ein herrliches Natur- und Straßenerlebnis. Er ist auch eine imposante Gebirgsformation, in der man immer mit schnellen Wetterwechseln rechnen muss.

Als Basishotel hatten wir uns das Haus “Waldfrieden” in Spiegelau ausgesucht. Das war in mehrfacher Sicht ein Glücksgriff. Das Hotel Waldfrieden ist ein echter Familienbetrieb, bei dem der Chef nicht nur von Bikern spricht, sondern selbst gern mal in die Lederkombi steigt. Wir haben uns dort gleich wohlgefühlt. Das Landhotel pflegt eine gute bayrische Küche und eine ausgiebige Steak-Karte on top. Eigener Pool und Sauna sorgen darüber hinaus für eine angenehme Wellnessatmosphäre. Die drei Sterne prangen deshalb zurecht am Eingang des Hauses. Und andere Biker-Gruppen trifft man im “Waldfrieden” allemal.

Aber auch die Entscheidung für das Städtchen Spiegelau war wohlüberlegt. Hier, im südlichen Teil des Bayerischen Waldes, liegen viele reizvolle Tourengebiete in guter Reichweite. Das gilt natürlich für den kompletten Gebirgszug hoch und runter, sowie rechts und links der Landesgrenze. Das gilt aber auch für das Donaugebiet Richtung Passau, für Fahrten bis nach Linz und besonders für Touren zu den reizvollen Städten ins südböhmische Gebiet.

Unser erster Tourentag war mit permanentem Regen nicht gerade optimal. Wir hatten aber schnell bemerkt, dass der Kamm des Gebirges wie eine Wetterscheide funktioniert. Wenn es also im Bayrischen schüttet, können im Böhmischen die schönsten Touren möglich sein. Deshalb keine Angst vor der Wetterkarte: Der Bayerische Wald ist auch bei schwierigem Wetter immer ein Gebiet mit guten Alternativen. Eine solche Alternative war auch unsere Tagestour nach Český Krumlow (Krumau). Auf herrlich ausgebauten Straßen geht es vorbei am Lipno-Stausee bis zur kleinen Weltkulturerbe-Stadt in der Moldauschleife. Der Besuch dieses böhmischen Kleinods ist für jeden, der in der Gegend ist, ein Muss – am besten aber außerhalb der Tourismussaison.
Der Bayerische Wald selbst ist ein wahres Motorradparadies. Wir waren dort auf bestens ausgebauten Straßen in allen Himmelsrichtungen unterwegs. Alle Stationen unserer Rundtouren von zirka 220 Kilometern pro Tag lassen wir hier aus. Einiges sollte aber von jedem Tourer wenigstens als Minimum unter die Räder genommen werden: Dazu gehören unter anderem eine Rundtour in und um den Nationalpark (Tourendaten hier), eine Fahrt zum Großen Arber einschließlich Bikertreff am Arbersee und auf jeden Fall ein Halt beim tollen American Diner “Route 2140” in Bad Kötzting. Nach fünf Tourentagen hatten wir alle das Gefühl, dass wir nicht zum letzten Mal bei Franz und Susi, dem “Bikerwirt” im Hotel Waldfrieden in Spiegelau, gewesen sind. Die Reise war ein super Auftakt in die Motorradsaison 2019!

Wo klassische Hersteller versagen, helfen Lösungen unseres Biker Kameraden EF

 

Schlussbemerkung: Für das Biker-Land Tschechien, wollen wir hier auch einmal eine selbstkritische Anmerkung machen. Es ist jetzt 30 Jahre her, dass zwischen Deutschland und Tschechien der Eiserne Vorhang gefallen ist. Aber bei vielen paper- oder online-gebundenen Tourenhilfe in Deutschland hat man den Eindruck, Tschechien sei noch immer das unentdeckte Land. Die Informationssperre der deutschen Bikerzeitungen, zum Beispiel über dortige Bikerhotels, hat natürlich damit zu tun, dass die zum Teil horrenden “Eintrittsgelder” für die Erwähnung in den Szeneblättern dort nicht erwirtschaftet werden können. Bikerfreundlich ist eine solche Ausgrenzung aber nicht. Die Blätter sollten einmal über ihren “materiellen Schatten” springen und sich so bikeraffin verhalten, wie sie sich sonst gerne geben. Wir haben uns jedenfalls vorgenommen, in naher Zukunft auch einmal ein Basishotel jenseits der Grenze einzuplanen.

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